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Darmkrebs

Bei Darmkrebs handelt es sich um eine sehr häufige Krebserkrankung. Hauptursachen sind genetische Faktoren und ungesunder Lebenswandel. Durch die Entstehung auf dem Boden von Polypen kann Darmkrebs durch Vorsorgedarmspiegelungen mit Entfernung der Polypen weitgehend verhindert werden. Da Polypen keinerlei Symptome verursachen, sollte auch bei beschwerdefreien Menschen ab dem Alter von (50-) 55 Jahren eine Vorsorgekoloskopie durchgeführt werden.

Aber auch beim Vorliegen von Darmkrebs in einem frühen Stadium kann er durch Operation in den meisten Fällen geheilt werden. 

Epidemiologie

Darmkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern und die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen (nach Brustkrebs). Die Wahrscheinlichkeit an Darmkrebs zu erkranken beträgt im Laufe eines Lebens 5-6%.

Ursachen

Genetische Faktoren haben den höchsten Einfluss auf das Risiko, es sind aber nur etwa 5 % aller Darmkrebse direkt vererbt. Risikofaktoren für eine Darmkrebserkrankung sind außerdem Alter, Nikotin, Alkohol, Übergewicht, der Verzehr von rotem Fleisch (Schwein, Rind, usw.) und chronische Entzündungen des Dickdarmes.

Polypen

Die Mehrzahl der Darmkrebse entsteht auf dem Boden von Polypen. Bei Polypen handelt es sich um Schleimhautvorwölbungen, welche sich innerhalb von einigen Jahren (je nach Größe meist in 2-10 Jahren) zu Darmkrebs entwickeln können. Polypen verursachen keinerlei Beschwerden.

Durch die relativ langsame Entwicklung des Darmkrebses über die Vorstufe der Polypen ist die routinemäßige Vorsorgekoloskopie außerordentlich sinnvoll. Wenn es gelingt alle Polypen rechtzeitig zu entfernen, kann Darmkrebs in einem sehr hohen Prozentsatz verhindert werden. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu anderen Vorsorgeuntersuchungen, bei denen es lediglich darum geht, den Krebs in einem frühen Stadium zu entdecken.

Symptome

zeigen sich bei Darmkrebs erst in fortgeschrittenen Stadien, die meisten davon sind unspezifisch: Blutabgang, Veränderung der Stuhlgewohnheiten (neu aufgetretener Durchfall oder Verstopfung oder beides), Bauchschmerzen, Gewichtsabnahme.

Diagnostik

Die entscheidende Untersuchung für die Diagnosestellung ist die Darmspiegelung mit Entnahme vieler Schleimhautproben (welche dann mikroskopisch untersucht werden). Nach Diagnosestellung müssen dann ergänzend Blutuntersuchungen, Ultraschall, Röntgen und Computertomographie durchgeführt werden.

Therapie

Die Therapie richtet sich nach dem Tumorstadium. Für dieses sind maßgeblich, welche Teile des Darmes befallen sind, ob bereits Lymphknoten befallen sind und ob es bereits Absiedlungen (Metastasen) in andere Organe gibt.

Kleine Karzinome können mittels einer Schlingenabtragung im Rahmen der Koloskopie behandelt werden. Im Allgemeinen ist aber eine Operation erforderlich. Die Anlage eines künstlichen Darmausganges ist meist nur dann erforderlich, wenn sich der Tumor auf den letzten Zentimetern des Dickdarmes befindet. Wenn bereits Lymphknoten befallen sind, wird die Durchführung einer Chemotherapie erwogen. Diese kann je nach Lokalisation des Krebses auch in Kombination mit einer Strahlentherapie  erfolgen.

Wenn eine Operation nicht mehr möglich ist, wird eine medikamentöse Therapie zum Eindämmen des Tumorwachstums erwogen werden.

Prognose

Die Prognose ist abhängig vom Befall von Lymphknoten und vom Vorhandensein von Metastasen. Liegt beides nicht vor, ist die Prognose sehr gut. Beim Nachweis von Lymphknotenbefall sind die Heilungschancen noch ordentlich. Aber auch bei Absiedlungen von Tumorzellen in Leber und Lunge gibt es Heilungschancen.

„Vorsorgedarmspiegelung rettet Leben“

Die wesentliche Maßnahme zur Verhinderung von Darmkrebs ist das Wahrnehmen der Vorsorgekoloskopie. Die Kosten werden von den meisten gesetzlichen Krankenkassen bei beschwerdefreien Menschen ab 55 übernommen. Private Kassen und die AOK bezahlen diese bereits ab dem 50. Lebensjahr.

Wenn Darmkrebs bereits in der Familie aufgetreten ist (Eltern, Geschwistern oder Kindern), wird die Vorsorgekoloskopie bereits früher empfohlen (10 Jahre vor dem Auftreten bei dem betroffenen Verwandten).

Bei Beschwerden werden selbstverständlich die Kosten für die Darmspiegelung bereits vorher von der Krankenkasse übernommen.

Die angebotenen Stuhltests auf verborgenes Blut erkennen nur 10-20% der Polypen und sind damit nicht ausreichend empfindlich. Die neuartigen, immunologischen Stuhltests sind allerdings etwas besser.

Intervalle

Bei unauffälliger Vorsorgekoloskopie sollte die nächste Koloskopie nach 10 Jahren durchgeführt werden. Wenn 1-2 kleine Polypen abgetragen wurden, ist die nächste Koloskopie in 5 Jahren fällig. Bei größeren oder mindestens 3 Polypen sollte bereits nach 3 Jahren wieder kontrolliert werden.

Abtragung eines gestielten Polypen: Positionieren des Polypen rechts unten, Vorführen der Polypektomieschlinge durch den Arbeitskanal in den Dickdarm, Umfassen des Polypenhalses mit der Schlinge, Durchtrennen des Polypenhalses mit Hilfe  von  Koagulationsstrom, Reizlose Abtragungsstelle ohne Austreten eines Tropfen Blutes.

Darmkrebs
Darmkrebs

Ein den Darm einengender Dickdarmkrebs

Leberfilia

Ultraschallbild einer Absiedlung eines Darmkrebses in der Leber